Aus der Praxis

EPD am Postschalter eröffnen: eine Filialleiterin berichtet

Fünf bis zehn Minuten – so schnell geht die Eröffnung des elektronischen Patientendossiers (EPD) am Postschalter in Aarau. Die Filialleiterin Vreni Kalai berichtet aus der Praxis.


«Ich bin ein offener Mensch und freue mich immer, wenn etwas Neues auf mich zukommt. So war ich auch sehr gespannt, als uns vor ungefähr zwei Jahren in der Filiale Aarau erstmals das EPD vorgestellt wurde. Ich arbeite seit 37 Jahren bei der Post, seit zwei Jahren bin ich Leiterin der Filiale Aarau. Die Post verfügt in meinen Augen über beste Voraussetzungen für eine EPD-Eröffnungsstelle.

«Bürgerinnen und Bürger verbinden uns seit ihrer Kindheit mit dem Briefgeheimnis.»

Bürgerinnen und Bürger verbinden uns seit ihrer Kindheit mit dem Briefgeheimnis. Informationen rund um die Gesundheit sind sehr sensibel. Und Vertraulichkeit gehörte schon immer zur DNA der Post. Daher ist es ein logischer Schritt, dass die Post den EPD-Stammgemeinschaften eine Externer Link: zertifizierbare elektronische Plattform als Basis für die Verbreitung des EPD anbietet. Neben Briefen und Paketen «transportieren» wir also nun auch Gesundheitsdaten. Externer Link: Ausgewählte Postfilialen dienen als EPD-Eröffnungsstellen – wie zum Beispiel diese hier in Aarau. Der EPD-Eröffnungsservice ist eine willkommene Zusatzaufgabe und fügt sich ideal in unseren Transformationsprozess auf dem Weg in die digitale Zukunft.

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Die Eröffnung eines EPD am Postschalter dauert nicht länger als fünf bis zehn Minuten. Die Personen benötigen dazu eine elektronische Identität – in unserem Fall eine Externer Link: TrustID – eine Einwilligungserklärung und einen gültigen Identitätsausweis oder Pass. Am Postschalter können wir die Identität einer Person persönlich und sicher prüfen – ähnlich wie bei Transaktionen an einem Bankschalter.

Ich sichte die Unterlagen und schaue, ob alles vollständig und in Ordnung ist. Dann verbinde ich die elektronische Identität mit dem EPD. Alle Informationen, die ich aufnehme, lasse ich von einer Kollegin oder einem Kollegen überprüfen – dieses Vieraugenprinzip ist Teil unseres Sicherheitskonzepts. Die persönlichen Geschichten der Personen kenne ich natürlich nicht – Diskretion hat oberste Priorität.

«Als Eröffnungsstelle geben wir dem EPD ein Gesicht.»

Als Eröffnungsstelle geben wir dem EPD ein Gesicht. Oft sind wir die ersten «echten» Menschen, denen Bürgerinnen und Bürger im Zuge des Eröffnungsprozesses begegnen. Damit sind wir Botschafter für das EPD und ich bin froh, dass wir uns im Zuge des Zertifizierungsprozesses vertieft damit auseinandersetzen konnten. Ein Team von mehreren Mitarbeitenden ist in unserer Filiale für die Eröffnung des EPD ausgebildet. Die Kolleginnen und Kollegen stehen während der regulären Öffnungszeiten zur Verfügung – wer ein EPD eröffnen will, braucht sich nicht extra anzumelden.

«Je mehr Bürgerinnen und Bürger ein EPD führen, desto mehr Hausärzte werden sich anschliessen.»

Die Eröffnung des EPD hat sich bei uns in der Filiale gut eingespielt. An die Schalter kommen Personen aus allen Altersgruppen, oft auch als Paar oder in Begleitung eines Externer Link: Stellvertreters. Dann können wir diese zweite Person auch gleich offiziell im EPD erfassen. Immer wenn in den Medien über das EPD berichtet wird, nimmt die Nachfrage wieder etwas zu. Und ganz in Sinne des Schneeballprinzips. Je mehr Bürgerinnen und Bürger ein EPD führen, desto mehr werden folgen und desto grösser wird der Mehrwert für die Bevölkerung und die Leistungserbringer aus dem Gesundheitssektor. »

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