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Häufige Fragen Wie verwalte ich das EPD meiner Kinder?

Das EPDG wiederholt auf die zivilrechtlichen Bestimmungen zur Stellvertretung und des Kinder- und Erwachsenenschutzrechts verwiesen.

Erklärfilm zum EPD für die ganze Familie zum Anklicken
  • Wer kann ein EPD für ein Kind eröffnen?

    Nur Personen, welche die gesetzliche Vertretung des Kindes ausüben, dürfen ein EPD für das Kind eröffnen und verwalten. 

     

    Eltern:

    Die Eltern üben die elterliche Sorge und damit die gesetzliche Vertretung des Kindes aus. Sie können somit ein EPD für ihre Kinder eröffnen und verwalten.

     

    Gemeinsame elterliche Sorge:

    Bei gemeinsamer elterlicher Sorge ist die Zustimmung beider Elternteile erforderlich. In der Praxis kann der EPD-Anbieter jedoch davon ausgehen, dass jeder Elternteil im Einvernehmen mit dem anderen handelt, sofern es keine klaren Anzeichen für eine Meinungsverschiedenheit gibt. Daher kann ein Elternteil allein ein EPD für das Kind eröffnen.

     

    Geschiedene Eltern:

    Bei einer Scheidung ist es möglich, dass nur einer der beiden Elternteile die elterliche Sorge innehat. Er kann daher ein EPD ohne die Zustimmung des anderen Elternteils eröffnen.

    Vormundschaft:

    Der Vormund oder die Vormundin hat die gleichen Rechte wie die Eltern und ist die gesetzliche Vertretung des Kindes.

     

    Beistandschaft:

    Beinhaltet der Auftrag der Beistandsperson die Vertretung des Kindes in medizinischen Behandlungsfragen, so vertritt sie das Kind auch als gesetzliche Vertretung gegenüber den EPD-Anbietern und den Gesundheitsfachpersonen.

    Die Kindesschutzbehörde (KESB) entscheidet, ob die Beistandsperson die Vertretungsbefugnis allein oder gemeinsam mit den Eltern ausübt.

     

    Dürfen das EPD eines Kindes nicht verwalten:

    Stiefeltern und Pflegeeltern haben keine elterliche Sorge und dürfen das Kind somit nicht vertreten.

  • Bis zu welchem Alter kann man ein EPD für sein Kind eröffnen?

    Jede urteilsfähige Person kann grundsätzlich selbst ein EPD eröffnen. Es gibt keine gesetzliche Definition von Minderjährigkeit im EPDG. Die Urteilsfähigkeit wird nicht an ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter geknüpft. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, und die Urteilsfähigkeit ist daher von Fall zu Fall zu beurteilen.

    Als allgemeine Richtlinie gilt:

    0–11 Jahre: Das Kind gilt in der Regel als nicht urteilsfähig. Die gesetzliche Vertretung muss daher sein EPD verwalten.

    12–15 Jahre: Die Urteilsfähigkeit variiert je nach Kind, Alter und Art des medizinischen Eingriffs. Grundsätzlich ist die gesetzliche Vertretung befugt, ein EPD für Jugendliche zu eröffnen.

    Ab 16 Jahren: Ohne objektive Gründe, die Anlass zu Zweifeln geben (z.B. kognitive Beeinträchtigung), kann man von der Urteilsfähigkeit der betroffenen Person ausgehen. Die minderjährige Person kann die Zustimmung zur Eröffnung eines EPD selber, ohne Einbezug der gesetzlichen Vertretung, erteilen.

    Kann ich bei Geburt meines Kindes ein EPD eröffnen?

    Ja. Ein EPD kann in jedem Alter eröffnet werden. Sie benötigen jedoch einen gültigen Ausweis für das Neugeborene, um ein EPD zu eröffnen.

    So wird die medizinische Versorgung Ihres Kindes im EPD aufgezeichnet und ist für die Gesundheitsfachpersonen zugänglich, denen Sie ein Zugriffsrecht gewährt haben.

Zuletzt geändert am 28.07.2021

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